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Rheinisch Post

Vier Sterne statt Nato-GeneräleDas Parkhotel in der Wasserburg Anholt wurde vor 40 Jahren eröffnet. 55 Mitarbeiter beschäftigt die Familie Brune dort heute. Qualität und Diskretion des Hauses werden von den Gästen geschätzt.

VON SUSANNE LORMANN

ANHOLT „Was da nicht drin sieht ist, dass der liebe Gott uns die Familie Brune mit Herrn Genzow geschickt hat", sagte Fürst Carl-Philipp von Salm-Salm mit Blick auf eine kurze Abhandlung zur Geschichte des Parkhotels. „Die haben wieder Leben hier herein gebracht." Nachdem sein Vater, Fürst Nickolaus Leopold das zerstörte Schloss nach dem Krieg mühevoll wieder aufbauen ließ, musste Ende der 60er Jahre über die weitere Verwendung des Gebäudes entschieden werden. Zur Debatte standen Altenheim Jugendherberge oder, und dabei gerät Fürst Carl-Philipp selbst ins Schmunzeln, das Nato-Hauptquartier. Am Ende siegte das Hotel.

Der „gute Geist des Hauses"

Beim Champagnerempfang im Kaminzimmer wurden bei prickelnden Getränken und Probehäppehen aus dem Jubiläumsmenü Erinnerungen an die vergangenen vierzig Jahre ausgetauscht. Namen illustrer Gäste wie ExBundeskanzler Helmut Schmidt oder die niederländische Königin wurden genannt und auch die ein oder andere Panne fand Erwähnung, wie der Fahrstuhl, der ausgerechnet am Eröffnungstag 1968 seinen Dienst versagte. Damals war noch die Parkhotel KG H. Genzow Betreiber. Vier Jahre später übernahm ihn Heinz Brune, bis dahin als Küchen-Chef im Hotel tätig.

Wenn auch Heinz und seine Frau Heidi die Geschicke des Hauses im Jahr 2000 in die Hände ihrer Söhne Peter und Jörg gelegt haben, so ganz können sie immer noch nicht vom Hotel lassen. „Ich bin jeden Abend hier, als Hausmeister", lacht Heinz Brune schelmisch. Seine Frau Heidi sei „der gute Geist des Hauses", von morgens bis abends beschäftigt, so sorgt sie noch täglich für frische Blumenarrangements auf den Zimmern. „Ich habe sie damals ins kalte Wasser geschmissen", sagt Brune. Heute ist seine Frau, gelernte Bankkauffrau und seit 1972 mit im Boot, dem Haus noch enger verbunden als er selber, wie er zwinkernd bemerkt. Bei allen Veränderungen hat das Parkhotel seinen Charakter bewahrt. Begonnen wurde mit 26 Zimmern, seit dem letzten Umbau sind es 31, alle individuell eingerichtet und mit Namen, nicht mit Nummern versehen. Das Personal ist von 35 im Jahr 1968 auf 55 Personen angewachsen, die Auszubildendcn des Hauses finden sich oft unter den Jahrgangsbesten. Viele Gäste loben die hohe Qualität, besonders die prominenten unter ihnen wissen die Diskretion des Hauses besonders zu schätzen.

"Hin hoher Anteil unserer Gäste kommt aus dem Ausland", sagt Peter Brune, der die Leitung des Hotels innehat, während sein Bruder Jörg sich als Küchenchef um die kulinarischen Genüsse kümmert. Im Jahr 2000 wurde das Vier-Sterne-Maus um den Wasserpavillon erweitert, der den Gästen einen einmaligen Blick über See und Park ermöglicht.